Embryonenschutzgesetz liberalisieren!

Die Jungen Liberalen Hessen fordern eine Überarbeitung des Embryonenschutzgesetzes. Es ist nicht länger hinzunehmen, dass In-vitro-Fertilisation, Eizellenspenden und Leihmutterschaft noch immer nach dem Wissensstand von vor dreißig Jahren im ebenso alten Embryonenschutzgesetz geregelt beziehungsweise verboten sind. Der schon längst in vielen Staaten praktizierte „Elective Single Embryo Transfer“ muss in Deutschland legalisiert werden. Hierbei wird der Frau nur die lebensfähigste der zwei oder drei im Labor befruchteten Eizellen eingesetzt. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit von für Mutter und Kind risikoreichen und eventuell auch unerwünschten Mehrlingsschwangerschaften und sorgt gleichzeitig dafür, dass nicht ausschließlich nicht-lebensfähigen Embryonen eingesetzt werden. Die Eizellenspende muss erlaubt und der Samenspende rechtlich gleichgestellt werden, außerdem sollte Leihmutterschaft, Embryonen- und Eizellenspenden auch unter Zahlung einer Aufwandsentschädigung und Vergütung erfolgen können. Wie bei anderen medizinischen Behandlungen auch ist eine medizinische und psychologische Beratung der Spenderin vor und während der Behandlung notwendig. Egg-Sharing, also das Freigeben von überzähligen Eizellen aus einer Entnahme zwecks In-vitro-Fertilisation, muss genauso zugelassen werden wie die Embryonenspende, also das zur Spende Freigeben von überzähligen befruchteten Eizellen. Damit sich möglichst viele Paare ihren Kinderwunsch erfüllen können, fordern wir darüber hinaus die Zulassung von In-vitro-Fertilisationen, bei denen weder die Eizelle noch das Spermium biologisch von den Eltern in spe abstammen. Alle momentan zugelassenen Verfahren, auch das Einsetzen mehrerer Eizellen bei der In-vitro-Fertilisation, sollen zulässig bleiben. Es bleibt der Frau überlassen, ob, und wenn ja, welches Verfahren sie nach der medizinischen und psychologischen Beratung wählt.

Es bleibt verboten, an befruchteten menschlichen Eizellen zu forschen. Wir bekräftigen außerdem unsere bestehende Beschlusslage zur Legalisierung der Leihmutterschaft. Zusätzlich fordern wir, dass alle in diesem Antrag genannten Verfahren auch für eine Leihmutterschaft verwendet werden dürfen. Des Weiteren setzen sich die Jungen Liberalen in Hessen für eine einheitliche europäische Regelung ein. Abschließend fordern wir, die Regelungen des Abstammungsrechts entsprechend an die Besonderheiten einer Leihmutterschaft anzupassen.