WILDTIERE IM CIRCUS – EIN PLÄDOYER GEGEN EIN VERBOT!

Wildtiere im Circus – Ein Plädoyer gegen ein Verbot!

Neulich bin ich auf Facebook auf einer dieser undifferenzierten und Stimmung machenden Posts gestoßen. Diesmal ist es nicht die “Todesstrafe für Kinderschänder” von den dumpfen Kameraden sondern einer dieser Posts, in denen nach einem Verbot für Wildtiere im Circus verlangt wird.
Unter den Vertretern dieser Forderung finden sich neben den radikalen und ideologisch angetriebenen Tier”recht”lern wie von PeTA (die im Mai 2014 Autismus als Folge von Milchkonsum erklärt hatte) auch die hessische Landesregierung (Vorstoß im Bundesrat zu Beginn des Jahres).

Unsachliche Debatte mit falschen Argumenten

Dass das Tierwohl wichtig ist, dürfte unumstritten sein. Bloß stell ich mir da jedesmal die Frage, ob dies mit einem verallgemeinernden Verboten erreicht werden kann.
Emotionale und ideologische Argumente dominieren diese Debatte. Diese Debatte, in der die Anstrengungen und Verbesserungen von Circusunternehmen für das Tierwohl missachtet werden und wissenschaftliche Arbeiten und Untersuchungen ignoriert werden.
Ich darf euch hier einmal die doch recht übersichtliche Palette an Argumenten präsentieren:
“Ein Tier außerhalb der Wildnis wird Verhaltensstörungen aufweisen und leiden. Die Dressur ist eine Qual und ohnehin darf der Mensch nicht in das Leben eines Tieres eingreifen.”
Klingt doch eigentlich recht schlüssig. Wäre da nicht die Widerlegung all dieser Argumente durch die Wissenschaft und der Art der Circusse selbst.

Seit den 60er Jahren wurden zahlreiche groß angelegte Untersuchungen und Studien an Circustieren durchgeführt und surprise, surprise: sämtliche Argumente der Wildtiergegner wurden widerlegt und das Tierwohl in der Haltung im Circus belegt.

Realität in den Circussen

Der übliche enge und alltägliche Kontakt zwischen den Wildtieren und dem Menschen wäre von ängstlichen oder von Grausamkeiten verstörten Tieren ohnehin nicht möglich. Weiterhin ermöglicht dieser enge Kontakt Lernmöglichkeiten, die zum besseren Verständnis der Art eines Tieres und damit der Verbesserung seines Wohles dienen kann.
Die Artgerechte Haltung bezeichnet die Form der Tierhaltung, in der auf das angeborene Verhalten Rücksicht genommen wird. Dies ist jedoch untrennbar mit erlerntem Verhalten verbunden. Das bedeutet, dass der Tiger, der nur den indischen Dschungel kennt, nicht die gleichen Bedürfnisse hat, wie ein Tiger, der im Circus geboren wurde. Fast alle Circustiere sind bereits in Obhut des Menschen geboren worden. Sie sind von klein auf an den Menschen gewöhnt und sind außerdem – wie Haustiere – in der Lage, enge emotionale Verhältnisse zu ihren Dompteuren und Pflegern aufzubauen.
Während den Proben und den Vorführungen zeigen die Tiere außerdem keinerlei Anzeichen von Stress, Erregung, Fluchtverhalten o.ä.. Von Leid kann hier also keinesfalls die Rede sein.
Sogar ganz im Gegenteil: es wurden Anzeichen des Wohlbefindens gefunden und die Haltungsbedingungen sind besser denn je. Mittlerweile hat sich außerdem die Verwendung von großen Freigehegen durchgesetzt. Sei es das geräumige Schwimmbecken für Seelöwen oder das strukturiert aufgebaute Gehege vom Kamel. In kleinen Circussen laufen die Tiere häufig sogar teilweise völlig frei auf dem Circusplatz herum.

Mit dem Verbot verbundenes Leid

Doch was würde mit den Tieren passieren, wenn es trotzdem zu diesem Verbot kommen würde? Mexiko dürfte hier ein Beispiel sein. Dort wurden nämlich tausende von Circustieren getötet, da für diese keine Unterbringung gefunden werden konnte.
Nun ist Mexiko natürlich nicht Deutschland. Jedoch zeichnet sich ein ähnliches Szenario in Deutschland ab. Die Staatsanwaltschaft hat in Kiel einen Elefanten illegalerweise beschlagnahmen lassen und musste ihn nach Belgien verfrachten, da sich in Deutschland keine Möglichkeit einer Unterbringung ergeben hat. Wäre dies nun tausendfach auch hier der Fall, dürfte es ähnlich wie in Mexiko ablaufen.

Der Circus lebt seit Generationen vom Leben und Arbeiten mit den Tieren. Der Circus identifiziert sich mit den Tieren, sie sind ein Teil dieser Kultur. Diese wichtige Begegnungstätte zwischen Mensch und Tier ist schützenswert. Man würde mit einem Verbot eine weitere Tradition in Deutschland auslöschen und das ohne stichhaltige Gründe. Gehen die Tiere, geht der Circus.

Lasst uns diesem irrationalen Konsens mit Argumenten und Tatsachen entgegentreten, statt der Ideologie den Sieg zu gewähren

Von Felix Meixner