Frei werden, frei sein, frei handeln

Frei werden, frei sein, frei handeln – warum gerade Liberale entschlossen für Freihandel und eine durchlässige Welt eintreten sollten!

Die Entwicklungen der vergangenen Monate und Jahre haben eine verstärkte Diskussion um Nationalismus und die Zurückbesinnung auf die einzelnen Nationalstaaten gefördert. Wie lässt sich diese Thematik im Angesicht der Wirtschaftswelt des 21. Jahrhunderts interpretieren? Was sind die entscheidenden Fragen?

Versucht man eine Zielstellung für Wirtschaft aus ganzheitlicher Perspektive zu formulieren, so sollte diese nachhaltige Wohlstandsgewinne sein, an denen die Gesellschaft in großer Breite profitieren kann. Dieses Ziel lässt sich am besten erreichen mit effizienten Prozessen und möglichst großen Absatz- und Beschaffungsmärkten, die stets einen Wettbewerb um die beste Preis-/Leistung von Dienstleistungen und Gütern ermöglichen.

Abstrakt werden sich die meisten Anhänger der Marktwirtschaft auf diese Grundprinzipien einigen können, denn diese Prämissen haben unserem Land den Aufstieg von der Nachkriegszeit ausgehend bis heute zu einem der reichsten Länder der Welt ermöglicht. Daher sollten wir uns bei allen Diskussionen um eine Rückbesinnung auf „uns“ immer wieder vor Augen halten, dass „wir“ Exportweltmeister sind. Unsere Güter werden entwickelt von den besten Ingenieuren der Welt, unsere Produktionsprozesse werden von hervorragend ausgebildeten Fachkräften effizient auf hohem Niveau ausgeführt und viele unserer Produkte sind global begehrt.

Was heißt das für uns? Nehmen wir den Heiztechnik-Hersteller Viessmann, familiengeführt und seit 3 Generationen im nordhessischen Allendorf beheimatet, einmal als Beispiel. Mehr als 50% des Umsatzes, den 12.000 Mitarbeiter ermöglichen, resultiert aus dem Export. Jeder 2. Euro, der auf das Konto der Mitarbeiter fließt, wird durch Freihandel erzeugt. Die Region lebt anständig von den überdurchschnittlichen Löhnen, die seit vielen Jahrzehnten stets verlässlich gezahlt werden.

Spricht man mit Mitarbeitern der exportorientierten Industrie über Hürden, so kann die Schweiz als Beispiel genannt werden. Nicht Teil der EU zu sein, bedeutet viel Bürokratie, erschwerten Handel, mehr Kosten. Ebenso Handel mit vielen weiteren Ländern außerhalb der EU mit eingeschränkten Handelsabkommen. Wachstum wird damit schwieriger und die Lohntüten der Mitarbeiter eher leerer als voller.

Welches Fazit lässt sich nun ziehen? Ist Freihandel nur ein abstraktes Gut oder doch ein konkreter Wert? Das obige Beispiel zeigt eindrucksvoll den Nutzen offener Märkte. Verdient ein gut ausgebildeter Facharbeiter mit Berufserfahrung im Jahr 36.000 Euro, steuert der Export jeden Monat 1.500 Euro auf dem privaten Lohnzettel bei. Dies sollten wir uns einmal wieder deutlicher in unser Bewusstsein rufen.

Wirtschaftliche Freiheit ist kein isoliertes Gut, denn dieses lässt sich ohne offene Gesellschaften und einen positiven, optimistischen Blick nach vorne auf Dauer nicht verwirklichen.

 

Von Christoph Hartel