E-Sports endlich als Sportart anerkennen

Bei manchen Politikern fragt man sich, warum sie nicht mal öfters in der Öffentlichkeit präsent sind. Bei anderen Politikern hingegen hofft man, dass niemand ihnen ein Mikrofon vor die Nase hält, damit sie sich nicht äußern können. Der hessische Innenminister Peter Beuth gehört zu letzterer Kategorie. Nachdem Beuth sich bereits vor 3 Wochen meiner Auffassung nach absolut falsch zu Pyrotechnik geäußert hat, ist sein neuestes Ziel jetzt der ESports.

„E-Sport hat mit Sport nichts zu tun. Wir müssen diesen Begriff ausradieren.“, so die Meinung des Innenministers. Er zeigt dabei nicht nur, dass er keine Ahnung von der Materie hat, sondern auch in einer Lebenswirklichkeit vor 20 Jahren hängen geblieben ist. Dabei ist es traurigerweise schon fast konsequent, dass die Äußerung von der Partei entstammt, die 5G an jeder Milchkanne nicht für notwendig hält.

Stattdessen ist es längst überfällig, dass der E-Sports als Sportart anerkannt wird. Es würde zum einen bestätigen, dass E-Sports vielen anderen Sportarten in Nichts nachsteht, aber auch für Bürokratieabbau sorgen und die Entwicklungsfähigkeit in Deutschland stark verbessern.

Der häufigste Kritikpunkt ist dabei, dass keinerlei körperliche Bewegung stattfindet, wie es bei Ausdauer- oder Kraftsportarten der Fall ist. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass genug andere Beispiele für „bewegungsarme Sportarten“ existieren, wie zum Beispiel Angeln, Billard oder Schach. Bei einer wissenschaftlichen Betrachtung, wie sie Prof. Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln durchgeführt hat, kommt dieser sogar zu dem Fazit, dass der eSport anderen Sportarten mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen sei. In Prof. Froböses Untersuchung weisen eSports-Profis den Cortisolspiegel eines Rennfahrers und die Herzfrequenz, vergleichbar mit derer während eines schnellen Laufes auf.

Er sagt dabei auch: „Besonders die motorischen Ansprüche und Fähigkeiten haben uns beeindruckt. Die eSportler schaffen bis zu 400 Bewegungen pro Minute an Tastatur und Maus, vier Mal mehr als der Normalbürger! Das Ganze auch noch asymmetrisch, denn beide Hände werden parallel bewegt, es werden unterschiedliche Hirnregionen parallel genutzt.“

Neben dem rein sportlichen Aspekt gibt es aber auch andere Gründe, warum eine Anerkennung überfällig ist. Erst dadurch wird es möglich ein Sportler-Visum zu erhalten, wodurch es den internationalen Stars der E-Sport-Szene ermöglicht wird, auch in Deutschland vor Live-Publikum zu spielen. Weitere Probleme sind die fehlende Eintragemöglichkeit als Sportverein mit entsprechenden steuerlichen Vorteilen oder das Erfordernis einer Spielhallenerlaubnis, um das öffentliche Spielen von E-Sports zu ermöglichen.

Es wäre also überaus einfach all diese Probleme auf einen Schlag mit der Anerkennung als Sportart zu lösen. Niemandem wird dabei etwas genommen, sondern lediglich das Leben für den professionellen E-Sports deutlich vereinfacht.

Es kann kein Zufall sein, dass bereits jetzt Sportvereine wie Schalke 04 eigene E-Sports Teams haben. Höchste Zeit für die Politik, diesen Trend zu erkennen und dementsprechend zu handeln!